Meinungsbeitrag.
Ich erspare euch mal etwas Zeit, meine Lieben.
Bevor ihr ihm zurückschreibt, bevor ihr die Rechnung mit ihm teilt, bevor ihr plötzlich in seinem Bett liegt und euch fragt, wie es überhaupt so weit gekommen ist … haltet kurz inne und stellt euch eine einzige, einfache Frage:
Was kann dieser Mann eigentlich für mich tun?
Wenn die Antwort ist „Vibes“, „er ist nett“, „wir hatten ein gutes Gespräch über Podcasts“ oder „wenn ich jetzt mit ihm schlafe, will er vielleicht später eher etwas Ernstes mit mir“, dann muss ich euch leider sagen:
Das rentiert sich nicht.
Hör auf so zu tun, als wäre Sex kostenlos (ist er nicht)
Irgendwann auf dem Weg wurde Frauen die Idee verkauft, dass „chill sein“ bedeutet, Männern Zugang zu ihrem Körper zu geben. Ohne Erwartungen. Kein Druck. Keine Standards. Kein Austausch. Einfach nur purer, befreiter, folgenloser Spaß.
Nur… er ist nicht folgenlos. Nicht einmal ansatzweise.
Schauen wir uns die Fakten an:
Weltweit tragen Frauen zu 100 % das Risiko einer Schwangerschaft und in vielen Ländern auch den Großteil der Konsequenzen, sei es gesundheitlich, beruflich oder finanziell.
Laut der World Health Organization sind Frauen biologisch anfälliger für bestimmte sexuell übertragbare Infektionen. Krankheiten wie Chlamydien verlaufen bei Frauen häufig symptomlos, bleiben daher unbehandelt und können im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen. Das Center for Disease Control and Prevention weist zudem darauf hin, dass unbehandelte Infektionen zu entzündlichen Erkrankungen im Beckenbereich (PID) führen können, die chronische Schmerzen verursachen oder die Fähigkeit, Kinder zu bekommen, dauerhaft beeinträchtigen.
Und dann ist da noch das Thema Sicherheit: Studien aus verschiedenen Ländern zeigen, dass Frauen ein deutlich höheres Risiko für sexuelle Gewalt tragen. Selbst in Situationen, die ursprünglich einvernehmlich begonnen haben.
Und abgesehen von all dem gilt auch: Frauen sind emotionale Wesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du an diesem Typen, nach dem Sex picken bleibst, ist hoch.
Wenn dir also jemand sagt, Sex sei „leger“, dann gilt oft nur eines: Für ihn ist er leger.
Währenddessen bezahlen Männer. Und zwar konstant.
Hier wird es nämlich wirklich interessant.
Während Frauen immer noch eingeredet wird, wahre Souveränität bedeute, sich selbst völlig erwartungslos zu verschenken…haben Männer ihre Kreditkarten längst griffbereit.
Die Zahlen sprechen für sich. Die globale Erotikindustrie generiert jährlich Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe, und Plattformen wie OnlyFans haben sich in kürzester Zeit zu milliardenschweren Geschäftsmodellen entwickelt.
Ein kleiner Perspektivwechsel: Rund vier Millionen Frauen bieten dort Inhalte an. Auf den ersten Blick scheint das viel. Doch auf der anderen Seite stehen etwa 240 Millionen Männer, die genau dafür bezahlen.
Das ist keine Randerscheinung. Das ist ein Markt. Ein Markt, der zeigt, dass männliche Nachfrage nach weiblicher Präsenz, Aufmerksamkeit und Intimität nicht nur existiert, sondern bereitwillig monetarisiert wird.
Oder anders gesagt: Es gibt ganze Ökosysteme, die darauf basieren, dass Männer investieren. Denn, sie investieren digital. Sie investieren diskret. Sie investieren regelmäßig. Und du sitzt beim ersten Date, bestellst deinen Flat White, zückst deine Karte und nennst es Gleichberechtigung.
Vielleicht ist es an der Zeit, neu zu definieren, was Wert wirklich bedeutet.
Bild unten: ©Shutterstock

„Es geht nicht um Geld“ (und gleichzeitig… manchmal eben doch)
Lassen wir uns auf das Thema ein, bei dem sich plötzlich alle unwohl fühlen.
Ja, es kann um Geld gehen. Finanzielle Stabilität, Großzügigkeit, die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen: das sind keine oberflächlichen Eigenschaften. Das sind essenzielle Qualitäten eines erwachsenen Lebens. Aber Wert bemisst sich nicht ausschließlich in Zahlen.
Die Frage „Was kann er für mich tun?“ bedeutet genauso: Macht er mein Leben leichter oder komplizierter? Gibt er mir emotionalen Rückhalt oder entzieht er mir Energie? Bringt er Ruhe in mein Leben oder Unruhe?
Denn wenn er weder finanziell noch emotional noch praktisch etwas beiträgt… was genau bringt er dann überhaupt ein?
Ich bin seit zwölf Jahren verheiratet. Und entgegen aller Erwartungen bin ich nicht mit dem Klischee verheiratet, das viele sich so gerne ausmalen. Kein kleiner, glatzköpfiger Mann mit großem Konto. Ich habe einen Mann geheiratet, der mir Ruhe gibt. Unser Zuhause ist ein Rückzugsort, eine Art Schutzraum vor der Außenwelt. Er hat mich in all meinen Projekten unterstützt: in meiner Karriere ebenso wie in meinen unternehmerischen Entscheidungen. Er ist ein fester Bestandteil meines Business (und ja, ich setze ihn regelmäßig ganz charmant als kostenlosen Videoeditor ein), und er ist sogar derjenige, der den Namen dieser Plattform geprägt hat. Sein Beitrag zu meinem Leben ist unbezahlbar.
Wobei… die Hypothek übernimmt er übrigens auch.
Sex ist eine Ressource. Ob es dir gefällt oder nicht.
Ich weiß, dieses Wort löst bei vielen sofort Widerstand aus.
„Sex ist keine Ware, er ist etwas Heiliges.“ Natürlich kann er das sein. Aber gleichzeitig ist Prostitution eines der ältesten Gewerbe der Welt.
Sex kann begehrt werden. Verhandelt werden. Zurückgehalten werden. Getauscht werden. Und all das sind Eigenschaften von etwas, das einen Wert hat. Der entscheidende Punkt ist jedoch: Dieser Wert ist nicht gleich verteilt.
Männer verfolgen Sex im Durchschnitt aktiver und konsequenter als Frauen. Das ist keine Provokation, sondern eine Beobachtung, die sich durch Kulturen, Dating-Dynamiken und die Geschichte zieht. Und wenn eine Seite etwas stärker will als die andere, entsteht automatisch ein Ungleichgewicht. Das, was stärker begehrt wird, gewinnt an Bedeutung. Es bekommt Hebelwirkung.
Und dennoch wird Frauen immer noch beigebracht, genau diesen Hebel sofort aus der Hand zu geben. Ohne Gegenwert, ohne Erwartungen. Nur um am nächsten Morgen geghostet zu werden.
Stilvoll ist das nicht. Strategisch auch nicht.
Sprechen wir über das Stigma (denn es ist heuchlerisch)
Die Gesellschaft liebt es, sexuelle Inhalte zu konsumieren. Was sie nicht liebt, sind die Frauen, die daran verdienen.
Frauen in der Sexindustrie werden abgestempelt. Als unmoralisch, verzweifelt oder beschädigt. Und dann betritt jemand wie Bonnie Blue die Bühne. Provokant, kalkuliert, polarisierend: die unangefochtene Königin des Rage Bait. Wahrscheinlich eine der meistgehassten Frauen im Internet. Ein kurzer Blick in die Kommentarspalten unter Inhalten rund um ihr Projekt „1000 Men and Me“ reicht, und man findet ein loderndes Inferno aus Beleidigungen, Drohungen und blankem Hass.
Und das Bemerkenswerteste daran?
Ein Großteil davon kommt von anderen Frauen. Was ist eigentlich aus „my body, my choice“ geworden?
Ich gehe noch einen Schritt weiter und ja, das wird vielen nicht gefallen: Die Frauen in Bonnies Kommentarspalten sind wütend. Und sie sind wütend auf Bonnie, weil Bonnie etwas getan hat, das sie selbst nicht tun. Sie hat etwas, das viele Frauen kostenlos hergeben, kompromisslos monetarisiert. Und das offenbar sehr erfolgreich. Sie selbst spricht von Einnahmen in Höhe von über 2,1 Millionen US-Dollar monatlich. Während andere dasselbe für ein paar leere Versprechen, halbherzige Aufmerksamkeit und gelegentliche Textnachrichten am nächsten Tag hergeben. Ich wäre auch wütend.
Es ist Zeit, die Realität auszusprechen, ohne sie zu beschönigen: Männer zahlen. Auf die eine oder andere Weise.
Bedeutet das automatisch, dass Sexarbeit einfach, sicher, für alle empowernd oder grundsätzlich besser für die Gesellschaft ist? Nicht unbedingt. Die Forschung dazu ist komplex und teilweise widersprüchlich. Einige Studien zeigen, dass die Legalisierung von Prostitution zu besseren Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen führen kann, einschließlich eines Rückgangs von Gewaltverbrechen wie Übergriffen durch Fremde oder sogar Femiziden. Andere weisen darauf hin, dass Risiken wie Ausbeutung und Gewalt weiterhin bestehen, abhängig von Rahmenbedingungen und Regulierung.
Was jedoch unbestreitbar ist: Die Nachfrage ist enorm.
Und Frauen, die in dieser Branche arbeiten, gehören oft zu den verletzlichsten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Genau deshalb verdienen sie Schutz, nicht Verachtung. So zu tun, als gäbe es diese Nachfrage nicht, oder die Frauen zu verurteilen, die ihr begegnen, löst kein einziges Problem. Im Gegenteil. Wenn wir als Frauen andere Frauen dafür verurteilen, werfen wir uns selbst gesellschaftlich um Jahrzehnte zurück. Wir stärken genau die Strukturen, die uns klein halten, und halten die Doppelmoral am Leben.
Währenddessen bedient sich das System weiterhin an weiblichen Körpern. Bezahlt und unbezahlt.
Das eigentliche Problem: Frauen unterbewerten sich selbst
Das ist die unbequeme Wahrheit.
Es geht nicht nur darum, dass Männer nehmen, was sie bekommen können und manchmal auch das, was sie nicht bekommen sollten, aber das ist eine andere, ebenso traurige Geschichte. Es geht darum, dass Frauen gesellschaftlich darauf konditioniert wurden, sich unter Wert anzubieten.
Gefällig zu sein. Unkompliziert zu sein. Nicht „zu viel“ zu erwarten. Nichts einzufordern, selbstverständlich die Rechnung zu teilen und sich mit Mittelmaß zufriedenzugeben, im Leben wie im Schlafzimmer. Man hat uns beigebracht, mit Brotkrumen zufrieden zu sein und das Ganze dann „Chemie“ zu nennen.
Und dieselbe Kultur, die uns das verkauft, ist die erste, die uns im Nachhinein dafür verurteilt.
Dieses Spiel kannst du nicht gewinnen. Also hör auf, es zu spielen. Und erinnere dich daran: Pussy is power.
Ein neuer Dating-Standard
Hier ist ein radikaler Gedanke:
Bevor du mit einem Mann intim wirst, stell dir ein paar sehr klare Fragen. Investiert er in dich – Zeit, Aufmerksamkeit, Ressourcen? Verbessert er dein Leben in irgendeiner spürbaren Weise? Bringt er Stabilität, Freude oder echte Unterstützung in dein Leben? Denn wenn die Antwort nichts davon ist, dann ist die Situation ziemlich eindeutig: Du bist im Begriff, etwas Wertvolles zu geben, wofür viele Männer bereit sind zu zahlen.
Nur eben kostenlos.
Ein letzter Gedanke
Mir ist bewusst, dass diese Haltung provoziert. Dass sie für manche kühl oder berechnend wirken mag.
Ich sehe es anders. Ich sehe es als einen Aufruf zu mehr Bewusstsein. Zu mehr Klarheit. Zu mehr Anspruch.
Also nein, ich schlafe nicht mit Männern, die nichts für mich tun.
Nicht, weil ich schwierig bin.
Nicht, weil ich kalkuliere.
Sondern weil ich verstanden habe, dass mein Körper, meine Zeit und meine Energie einen Wert haben. Und deiner auch.